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Um 19 Uhr war es soweit: die ersten Gäste fanden sich im Clublokal Rabenhorst ein, um an der ersten Weihnachtsfeier teilzunehmen, die bisher im Rotary-Club Homburg-Saarpfalz stattgefunden hat. Von Präsident Raubenheimer bis ins kleinste Detail durchorganisiert, wartete der Club dann auch mit der höchsten Teilnehmerzahl an einer Veranstaltung auf, die der Club jemals verzeichnete: 53 Personen! Im festlich-weihnachtlich geschmückten großen Restaurant des Clublokals konnten die Gäste beim Begrüßungstrunk, der vom Hause spendiert wurde, bereits die Harfe des Stargastes des Abends bewundern. Jede Dame bekam ein von Clubmeister Frd. Schweitzer großzügig gestiftetes Geschenk in Form einer großen Pralinen-Schatzkiste. Das Programm des Abends wurde von Frdin. Pieper handgeschrieben und -coloriert. Der Präsident begrüßte alle Anwesenden sehr herzlich, insbesondere die zahlreichen Gäste: Governor Horst Schöttler und seine Frau, Präsident Philipp vom RC Homburg-Zweibrücken mit Frau; Frd. Leyser (RC Homburg-Zweibrücken) mit Frau, und bedankte sich bei allen, die zum Gelingen des weihnachtlichen Abendmeetings beigetragen haben. Anschließend begrüßte er den bekannten Harfenist Rito Petterson aus Paraguay und seine Begleiterin Frau Matthes, die den Part der Vorstellung von Herrn Petterson und seinen Musikstücken vornehmen sollte. Ebenso begrüßte er Frau Köper, die uns von Frd. Schweitzer empfohlen wurde und den Abend mit weihnachtlichen Geschichten abrunden sollte. Nun wurde der sympathische Harfenist mit gro§em Applaus begrüßt. Bereits im Alter von sechs Jahren begann Petterson, sich an diesem Instrument zu üben, da sich in seiner Heimatstadt Asunción eine Harfenfabrik befand. Man sagte ihm, dass er wohl sehr begabt sein müsse, denn er holte aus alten Harfen Töne heraus, die man noch nie gehört habe! Seine Eltern hatten jedoch kein Geld, um dem Jungen eine Harfe zu kaufen, und so sammelte man Spenden, bis schließlich das erste Instrument erworben werden konnte. Im Alter von 12 Jahren bekam er die erste Ehrung für seine musikalischen Darbietungen, später kamen viele weitere in ganz Südamerika hinzu. Dann wurde er auch in Europa bekannt. 1986 wurde Rito Petterson zum besten Harfenist Südamerikas gekürt, und im Jahre 2001 wurde er von der UNESCO in Buenos Aires zum "Weltkulturerbe" ernannt und wird seitdem von ihr finanziell unterstützt. Sein Name, der so gar nicht südamerikanisch klingt, stammt von einem dänischen Urgroßvater, der nach Südamerika auswanderte, eine Indianerin heiratete, mit ihr 15 Kinder bekam, von denen wiederum Rito ein Nachfahre ist. Das erste Lied, das Rito Petterson erklingen ließ, widmete er den Cascadas, den größten Wasserfällen der Erde. Südamerikanisch klingende Rhythmen, mit höchster Fingerfertigkeit gespielt, wechselten sich ab mit beinahe klassisch anmutenden Tönen. Bereits hier und auch bei allen nachfolgenden Liedern wurden wir überzeugt: hier handelt es sicht nicht nur um einen ausgezeichneten Musiker, sondern um einen absoluten Könner, der es verstand, alle Zuhörenden in seinen Bann zu ziehen. Vom allerersten Ton bis zum allerletzten lauschten wir gespannt und auch: überrascht! Was man aus einer Harfe herauszaubern kann, das bekamen wir aufs wunderbarste dargeboten, und alle waren sich einig: so etwas haben wir noch nie gehört! Der Musiker schien wie in einer Einheit mit seinem Instrument zu sein, seine Klänge, die auch Lieder wie "Süßer die Glocken nie klingen", "Kling, Glöckchen, klingelingeling" oder "Stille Nacht, heilige Nacht" enthielten, erklangen manchmal wie eine Gitarre oder Mandoline, dann wieder engelsgleich - und wieder rhythmisch-maskulin, als "El Condor Pasa" zu hören war. Die Vielseitigkeit, mit der uns Herr Petterson die südamerikanische Harfe nahe brachte, ließ den Applaus der Zuhörer mit jedem Lied stärker werden. Innigkeit und Passion des Harfenisten wechselten sich ab mit Zartheit und Anmut Ð und das Lied, das traditionell bei der Geburt eines Babys gespielt wird, deutete schließlich auch symbolisch die bevorstehende Geburt Christi zu Weihnachten an. Viele blieben nach dem Konzert einfach sprachlos oder sagten nur: es war großartig! Der Präsident bedankte sich überschwänglich bei Rito Petterson und auch Frau Matthes, die uns in höchst interessanter, spannender Weise Leben und Werk des Musikers nahebrachte und souverän durch sein Programm führte. Die Geschenke nahmen kein Ende: ein Buch Ÿber Homburg, ein echter deutscher Bierkrug der Firma Karlsberg, Pralinen, Blumen, die Spende des Clubs, schließlich noch der Clubwimpel. Herr Petterson bedankte sich im spanischen Originalton und mit einer Zugabe bei unserem Club fŸr die Einladung und wünschte allen ein "Feliz Navidad", ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr. (Anm.: Rito Petterson wird in zwei Jahren wieder in Deutschland auf Tournee sein, und es fanden bereits Vorgespräche für das nächste Konzert statt!) Nach dem vorzüglich schmeckenden Hauptgericht ergriff Frau Köper, die ursprünglich aus Hamburg stammt, das Wort und las in einer ironisch-humorvollen Weise Weihnachtsgeschichten, Gedichte und Gereimtes vor. Autoren wie Ephraim Kishon oder Heinz Erhard kamen zu Wort, und Zitate wie "Weihnachten hat den höchsten Cholesterinspiegel des Jahres" oder "Weihnachten hilft, die Unberechenbarkeit des Lebens auszuhalten" brachten uns zu vorweihnachtlichem Lachen. Die Geschichte vom Mildessa-Sauerkraut, das zu silbernem Lametta umlackiert wurde, um dann doch wieder zu Sauerkraut zurückverwandelt werden musste, weil das Essen nicht reichte, bildete den Höhepunkt dieses Vortrags, und alle Gäste bedankten sich bei Frau Köper mit einem großen Applaus. Der Präsident bedankte sich noch einmal bei allen und wies auch auf die auf dem Tisch zur Dekoration stehenden Schneemänner hin: diese seien zum Mitnehmen gedacht, sind von der Dekoration des Kaufhauses Pieper (Saarlouis) in Handarbeit hergestellt und wurden von Frdin. Pieper gestiftet. Es war eine rundum gelungene Weihnachtsfeier, und die rotarischen Freunde ließen den Abend noch lange nachklingen. |
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